Das Projekt „Leerstandsrisiko-Rechner Rheinland-Pfalz"

Der demografische Wandel wird die Nachfrage nach kommunalen Infrastrukturen und Dienstleistungen in Rheinland-Pfalz verändern. Der Leerstandsrisiko-Rechner ist ein Instrument, um Orientierungswerte für kommunale Entscheidungen bereitzustellen. Mit wenigen Klicks können Bedarfsveränderungen bis zum Jahr 2035 für sechs Bereiche (Bevölkerung, Bildung, Arbeit, Finanzen, Infrastruktur und Wohnen) abgerufen werden. Die mit definierten Rechenvorgängen ermittelten Werte werden für die jeweils aufgerufene Kommune in wenigen Worten erklärt und daraus kurze Schlussfolgerungen gezogen.

Zu beachten ist, dass der Leerstandsrisiko-Rechner ausschließlich Bedarfsveränderungen errechnet und den momentanen Infrastrukturbestand (Ist-Zustand) in jeweiligen Kommunen nicht erfasst. Der tatsächliche örtliche Anpassungsbedarf ist daher vor dem Hintergrund der bestehenden Infrastrukturausstattung von jeder Gemeinde selbst zu reflektieren.

Die Datengrundlage des Leerstandsrisiko-Rechners basiert auf der mittleren Variante der 4. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz mit dem Basisjahr 2013 und dem Zieljahr 2035. Es handelt sich damit um die aktuellsten für Rheinland-Pfalz vorliegenden Prognosewerte.
Link: https://www.statistik.rlp.de/gesellschaft-und-staat/bevoelkerung-und-gebiet/demografische-entwicklung/



Projektablauf

Die Projektidee entstand mit der Technischen Universität Kaiserslautern im Fachbereich Raum- und Umweltplanung im März 2014 und wurde erstmals im September 2014 mit ausgewählten Experten der rheinland-pfälzischen Landesverwaltung diskutiert. Grundgedanke war ein Instrument auf Grundlage der Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz zu schaffen, welches jeder kreisfreien Stadt, Verbandsgemeinde, verbandsfreien Gemeinde oder Stadt und jedem Landkreis in Rheinland-Pfalz einen ersten Überblick über die – aus heutiger Sicht und mit einer 20-jährigen Perspektive – notwendigen Anpassungen von Infrastrukturen gibt.

Im Mai 2015 fand eine weitere Expertenrunde – diesmal mit Vertretern ausgewählter Gebietskörperschaften – statt. In einem dreistündigen Workshop wurde über den möglichen Aufbau, Inhalte und technische Funktionalität der Anwendung beraten. Die Ergebnisse der beiden Expertenrunden flossen in die Konzeption und den Aufbau der Datenbank ein.

Im Oktober 2015 wurden alle im Leerstandsrisiko-Rechner abgebildeten Gebietskörperschaften zu einem „Kommunalen Praxistest“ an die Technische Universität Kaiserslautern eingeladen. Ziel war es den ersten Prototypen vorzustellen, um diesen im Dialog mit allen rheinland-pfälzischen Gemeinden weiterzuentwickeln.

Seit Ende Oktober 2016 ist die Erstversion des Leerstandsrisiko-Rechners unter www.leerstandsrisikorechner-rlp.de aufrufbar. Um die Funktionsweise des Rechners vorzustellen und fortlaufend zu optimieren, fanden im November und Dezember 2016 in Koblenz, Trier, Kaiserslautern und Mainz Regionalkonferenzen statt, an denen rund 90 Fachleute aus Kommunalverwaltungen und die Entwickler teilnahmen.